Der Ansprechpartner Nummer eins

Treue Seele: Tino Kempe ist seit zehn Jahren nicht nur der Vorsitzende des Malterhausener SV

 

Bei uns werden keine Däumchen gedreht. Wir kümmern uns“, sagt Tino Kempe. Der 49-Jährige bezeichnet sich selbst als „Mutter der Kompanie“ beim Malterhausener SV (MSV). Mit sehr viel Herzblut leitet er seit fast zehn Jahren die Geschicke des Vereins mit gerade mal 89 Mitgliedern. Die meisten von ihnen spielen Fußball. Die MSV-Männer gehen in der Kreisklasse des Fußballkreises Dahme/Fläming auf Torejagd. Eine Freizeitliga- und eine Nachwuchsmannschaft (D-Junioren) gehören ebenfalls zum MSV. Außerdem gibt es eine Frauen-Gymnastikgruppe. Dort halten sich derzeit acht Mädchen und Frauen fit.

Kempe übernahm das Amt des MSV-Vorsitzenden in schweren Zeiten. Vor zehn Jahren stand der Verein vor einer Zerreißprobe. Die Fußballer waren aus der damaligen Kreisliga des Fußballkreises Jüterbog/Luckenwalde abgestiegen. Leistungsträger verließen den Verein. Die Männerfußballmannschaft löste sich auf. Der MSV geriet in eine seiner schwersten Krisen in seiner mehr als 60-jährigen Geschichte. Sogar die Auflösung des Vereins stand im Raum. Kempe übernahm das Ruder. Über Langeweile im Ehrenamt musste sich der neue Vereinsvorsitzende seitdem nicht beschweren. „Ich war der Ansprechpartner Nummer eins, egal was war“, erinnert sich Kempe. Dies ist er bis heute geblieben.

Nach einem Jahr Zwangspause ging es langsam bergauf. Der MSV meldete wieder eine Mannschaft für den Spielbetrieb an. Nach und nach kam auch das Vereinsleben in Schwung. Stolz verweist Kempe auf das, was in den zurückliegenden zehn Jahren von den Sportlern mit Hilfe von Sponsoren in Malterhausen geschaffen wurde. Entstanden sind neue Dusch- und Umkleideräume, der Vereinsraum und die Außenanlagen wurden neugestaltet, ein Volleyballfeld und ein Grillplatz sind entstanden. Zur 60-Jahr-Feier bekam der MSV 2013 eine Sitzecke mit dem Vereinslogo geschenkt. Seit letztem Sommer gibt es auf dem Sportplatz in Malterhausen Trainerbänke für die Gäste und die Heimmannschaft.

 

Die Arbeiten an der Sportstätte sind noch nicht abgeschlossen. Sie werden in diesem Jahr weiter geführt. Der MSV-Sportplatz soll zu einem Schmuckstück werden. Sehr zur Freude des rührigen Vereinsvorsitzenden. Kempe sieht sein jahrelanges Engagement belohnt. „Über die Sanierung unseres Sportplatzes in diesem Jahr freue ich mich ganz Besonders“, sagt er. Es war nach seinen Worten nicht einfach, dafür Geldgeber zu finden. Doch nun ist es geschafft. Ein neuer Windkraftanlagenbetreiber unterstützt den MSV mit 25 000 Euro. „Die haben in der Gemeinde nachgefragt, wem sie etwas Gutes tun können. Bürgermeister Rauhut ist dann unser Verein eingefallen“, erklärt Kempe. Der Kontakt wurde hergestellt. Das Geld steht bereit. Auch weitere Vereinssponsoren wollen das Vorhaben unterstützen.

 

Die Sanierung des Sportplatzes in Malterhausen soll im Sommer erfolgen. Es wird wieder eine große Herausforderung für den kleinen Verein und seinen Vorsitzenden. Der Rasen soll komplett erneuert werden. Gleichzeitig wird eine automatische Beregnungsanlage eingebaut. Während der Zeit der Sanierung müssen die MSV-Fußballer weitere Wege in Kauf nehmen. Mindestens für ein halbes Jahr brauchen sie eine Ausweichsportstätte, weil der neue Rasen in Malterhausen diese Zeit zum Anwachsen benötigt.

 

Die Sanierung des Sportplatzes ist ein weiteres Mosaikstückchen einer erfolgreichen ehrenamtlichen Tätigkeit. Kempe blickt schon nach vorn. „Ich persönlich wünsche mir, dass der Verein auch in Zukunft immer eine Männermannschaft hat“, sagt er. Die Weichen dafür sind gestellt. Der MSV bildet eigenen Fußballnachwuchs aus. „Ich hoffe, dass die Kinder immer Spaß am Sport haben werden. Bei unseren Freizeitkickern haben ich keine Bedenken. Die haben immer Spaß am Fußball.“ Die Zukunft des MSV scheint gesichert, auch weil Kempe als treue Seele des Vereins sich als Vorsitzender wieder wählen lassen will. Auf seinen Vorstand kann er auch in den nächsten Jahren bauen.

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